Moin, moin! Ihr Museumsführer/Ihre Museumsführerin begrüßt Sie aufs Herzlichste in Papenburg auf der historischen von-Velen-Anlage. (Anfahrt) Erleben Sie "hautnah" während einer Reise durch die Vergangenheit die Geschichte der Stadt Papenburg und ihrer Menschen. Besichtigen Sie die liebevoll restaurierten Katen und Häuser, die einen genauen Einblick in das Leben der Menschen vom 17. Jahrhundert bis ins 19. Jahrhundert geben.

Öffnungszeiten Hauptsaison:
15. April bis 15. Oktober
 
täglich von 10:00 bis 17:00 Uhr
täglich um 14 Uhr: öffentliche Führungen
(Bei sehr gutem Wetter öffnen wir auch schon am 1. April und schließen
zum 1. November)xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx-->Nebensaison


Geschäftszeiten:
Tel.: 04961 73742
 
Hauptsaison (Montags bis Freitags) xxxx-xxxxvon 09:00 Uhr bis 11:30 Uhr

Bei Anruf außerhalb der Geschäftszeiten haben wir einen Anrufbeantworter geschaltet. Rückruf erfolgt anderntags.
   

Film über unser Freilichtmuseum

Dietrich von Velen



 

Gründer der Stadt Papenburg

Am 17. April 1631 erwarb der Drost Dietrich von Velen das "Gut" Papenburg. Damit legte er den Grundstein für die Erschließung der bis dahin menschenfeindlichen emsländischen Moore. Zu ihrer Entwässerung ließ er Kanäle ziehen. Gleichzeitig neutzte er diese, um mit einfachen, flachbödigen Schiffen den abgebauten Torf zu den ostfriesischen Ziegeleien und den Städten Emden, Bremen und Hamburg zu transportieren. An die mit Hilfe von Werbebriefen herbeigerufenen Siedler verteilte er Land. Sie erhielten jeweils eine Plaatze, ein Stück Moor von ca. 20000 qm (ca. 50 m breit und 400 m lang). Die Siedler waren für 10 Jahre von jeglicher "Schatzung" frei. Nach dem Bau eines Siels im Jahr 1639 und seiner späteren Vergrößerung im Jahre 1769 unter der Freifrau Theresa von Landsberg-Velen war der Weg frei zur offenen See und zu den Weltstädten wie Rio de Janeiro, Buenos Aires und New York in Übersee frei. Mutige Seefahrer fuhren diese und andere Städte mit ihren kleinen in Papenburg gebauten Schiffen wie Tjalk, Schoner und Brigg an. Aus der unbedeutenden Torfgräberkolonie wurde eine Stadt mit Welthandel: Papenburg.





Plaggenhütte





 
Die ersten Siedler

Die ersten Siedler errichteten auf dem Hochmoor einfache, fensterlose Behausungen aus Birkenstämmen, Reisig und Heideplaggen. Die Feuer- und Kochstelle befand sich wegen der großen Brandgefahr in der Mitte der Moorkate. Der beißende Rauch entwich durch das Dach oder durch einen notdürftig aufgebrachten Schornstein aus Holz.




Traditionelle Moor- bzw. Heidekate



 
Um der ständigen Brandgefahr zu begegnen, wurde später ein feuerfester Giebel aus Ziegelsteinen aufgemauert. An seiner Innenseite befand sich zwischen den beiden Fenstern eine mit Steinen ausgelegte offene Feuer- und Kochstelle. Der Bossem fing den Rauch des Torffeuers auf und leitete ihn über den Schornstein nach draußen.

Die Einrichtung der Heidekaten war äußerst dürftig. In der aus ungehobelten Brettern zusammengezimmerten Schlafbutze bildeten Strohsack und Schaffell das Bettzeug. Ein grob gezimmerter Tisch, Stühle mit Weidengeflecht, ein Regal für das Kochgeschirr, Holzkisten für die Kleidung bildeten die spärliche Inneneinrichtung. Mit einfachen Holzlöffeln wurde aus selbst gefertigten Holztellern gegessen. Mensch, Vieh, Schafe Ziegen, Hühner teilten sich den Wohnraum. Es ist kaum vorstellbar, dass in solch kalten, nassen und engen Unterkünften mehrköpfige Familien oftmals jahrelang hausten.




Typisches Torfgräberhaus



 
Nachdem der Siedler am Kopfende seiner Plaatze den Kanal bis zur Mitte ausgegraben hatte (der Siedler auf der gegenüberliegenden Kanalseite hatte die andere Kanalhälfte auszustechen) und das Moor bis auf den Sandboden abgeräumt war, errichteten die Torfgräber ihre ersten festen, aus Ziegelstein gemauerten Häuser. Wohnraum und Stallungen für das Vieh wurden nun voneinander getrennt. Die Zahl der Kinder (8 - 13) war groß. Manchmal lebten auch noch die Großeltern in der Familie. Es gab keine Heizung, kein elektrisches Licht und fließendes Wasser. Nässe, Kälte, Krankheiten, Hunger und Tod waren ständige Lebensbegleiter der Siedler. "Den ersten sien Dod, den tweden sien Not und den darden sien Brot!"

Dieses Haus links stand bis kurz vor seinem Wiederaufbau in der von Velen Anlage in der Ersten Wiek und wurde dort von der Witwe Poel bis zu ihrem Tod bewohnt.




Harte Arbeit im Moor



 
Mühsam war die Arbeit der Menschen im Moor. Ihr Handwerkszeug waren "Törfspoaten, Sticke und Joager". Damit stach man von Mai bis August fast täglich ein "Dagwark" (Tageswerk) Torf, das waren ungefähr 15000 Torfstücke. Der nasse und schwere Torf wurde auf Kipploren gelegt und zum Trocknen in den "Slag" gefahren. Später wurde der Torf mit Hilfe einer "Kreite" auf die Torfschiffe wie "Prahm", "Schute" oder "Muttschiff" gebracht.

Diese treidelten die "Muttschiffer" mit eigener Muskelkraft hochbeladen durch die Kanäle. "Jan treck an!" lautete der Ruf des Steuermannes, der am Schiffsheck mit dem "Trillkeboom" das Schiff durch die Kanäle steuerte, währen "Jan" dieses an einem langen Seil vorwärts zog.

(alle Bronzefiguren wurden von dem Papenburger Künstler Uwe Handke gefertigt)




Muttschifferhaus



 



Die Muttschiffer verkauften den Torf an ostfriesische Ziegeleien oder brachten ihn nach Bremen und Hamburg. Zurück brachte man gebrannte Ziegelsteine für den Hausbau und Schlick. Mit ihm wurde der Ackerboden gedüngt.

Im Vordergrund ist eine "Kreite" zu sehen.




Wohnzimmer Muttschifferhaus





 


Allmählich hielt der Wohlstand seinen Einzug. Wie auch heute noch fanden viele Papenburger im Schiffbau Arbeit und Einkommen. Schoner, Brigg, Galliot, Tjalk, Prahm, Schuten und Muttschiffe wurden in großer Zahl gebaut. Insgesamt gab es zur Blütezeit des Werftwesens in Papenburg 23 Werftanlagen.






Schiffsbau auf einer Helling





 



Auf einer längs des Kanals errichteten "Helling" wurde das Schiff auf Kiel gelegt, Spanten, Wanten und Planken zu einem seetüchtigen Schiff miteinander verbunden. Nach dem Wegschlagen des Klampen glitt das fertige Schiff zu Wasser, um auf große Fahrt zu gehen.

Papenburg wurde zu einer Seefahrerstadt. Aus Muttschiffern wurden Hochsee-kapitäne.

Der gefährliche Teil der Arbeit eines Klamphauers bestand darin, die Klampen wegzuschlagen, die das Schiff auf der Helling fixierten.

Haus eines Klamphauers





 


Klamphauer (Schiffbauer) arbeiteten auf eine der 23 Werftanlagen, die es einmal in Papenburg gab. Heute ist lediglich die Meyer-Werft übriggeblieben. Die allerdings hat Weltruhm erlangt mit dem Bau von riesigen zum Teil über 300 m langen Luxuslinern.




Spitzmutte Angela





 



Auch die Spitzmutte Angela diente zum Torftransport und trug dazu bei, dass die Torfkaten allmählich verschwanden.








"Moderner" Torftransport





 


Noch weit bis in die heutige Zeit war Torf das Brennmaterial der Papenburger. Erst mit Verbreitung des Elektroherdes sowie von Öl- und Gasheizung wurde der Torf als Brennmaterial uninteressant.

Heute wird er in vielen Papenburger Betrieben zu Blumenerde und Gartendünger verarbeitet.





Öffnungszeiten Nebensaison:
 

Werktage im April:
von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet
Wochenenden im April:
von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet
Werktage im Oktober:
von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet
Wochenenden im Oktober:
von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet, ab den 15. Oktober auf Anfrage geöffnet

Bei schlechtem Wetter bleibt die Anlage geschlossen!

Geschäftszeiten Nebensaison:
Tel.: 04961 73742
  16.10. - 14.04. (Montags bis Freitags)xxxx-xxxxxvon 09:00 Uhr bis 10:30 Uhr

Bei Anruf außerhalb der Geschäftszeiten haben wir einen Anrufbeantworter geschaltet. Rückruf erfolgt anderntags.



Preise:   unsere aktuellen Preise finden sie hier
     


 

 

 

 



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